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Peak Oil - The Growing Gap

Peak Oil

Der Peak der Erdölentdeckungen (graue Fläche in der Grafik unten) wurde schon 1964 erreicht. Seither gehen weltweit die neuen Entdeckungen zurück. Die Erdölindustrie findet zwar immer noch neues Öl und Gas, aber immer weniger, und vor allem gesamthaft nicht in Quantitäten, welche den Verbrauch decken. Zusätzlich werden solche Funde in grossen Meerestiefen, in weit abgelegenen Gegenden oder in politisch instabilen Ländern gemacht, und sind oft kaum wirtschaftlich ausbeutbar.


Quelle:ASPO; Association for the Study of Peak Oil

Die Öl und Gas höffigen Becken und Provinzen der Erde sind weitgehend bekannt und auch erforscht. Es gibt kaum mehr unerkannte „Terrae incognitae“ mit einem signifikanten Öl- und Gaspotential auf der Welt. Geographisch weit abgelegene oder Tiefmeer Öl- und Gas-Funde können nur bei sehr hohen Preisen wirtschaftlich entwickelt und auf den Markt gebracht werden. Bei diesen teuren fossilen Energieträger handelt es sich um das so genannte „stranded Oil/Gas“.
Während die Funde zurückgehen, steigt die globale Nachfrage (schwarz ansteigende Linie in der Grafik oben) jedes Jahr um 2%, teils wegen der Industrialisierung Chinas und Indiens, teils durch den stetig grossen Konsum in den USA, in der EU und in Japan. In einer nicht sehr fernen Zukunft wird daher das weltweite Angebot an Erdöl und Erdgas erst stagnieren und danach absinken; dann ist erst „Peak Oil“, später auch „Peak Gas“ überschritten.
Erdöl ist die mit Abstand wichtigste Primärenergiequelle für die Schweiz, auch wenn mehr über Sonnenenergie und Atomkraft geschrieben und debattiert wird. Der Verbrauch von Erdöl, wie aus der Grafik des Bundesamtes für Energie unten ersichtlich, hat vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr stark zugenommen.
Die Schweiz deckt zur Zeit ihren Energiekonsum zu 57 % mit Erdöl, zu 14 % mit Wasserkraft, zu 12 % mit Erdgas, und zu 10 % mit Atomenergie. Das Land ist daher zu fast 70% von den nicht erneuerbaren fossilen Energieträgern Öl und Gas abhängig.

Die Problematik des zukünftigen Mangels an Strom wird heute schon im politischen und volkswirtschaftlichen Rahmen diskutiert. Weniger debattiert wird die Problematik der zukünftigen Verfügbarkeit von Erdöl und Erdgas, obschon auch dies eine sehr dringende Frage ist.

Es ist natürlich wünschenswert, erneuerbare Energiequellen wie Biomasse zu nutzen oder zu fördern. Man muss sich aber bewusst sein, dass zu ihrer Herstellung fast immer Erdöl gebraucht wird, dessen Kosten stets steigen werden, und dass die Energiebilanz (Energie hergestellt gegen Energie verbraucht) in manchen Fällen negativ ist. Aus diesem Grund kann Erdöl nicht gänzlich und auch nicht zur Hälfte oder in ähnlich grossem Massstab durch Ethanol oder andere so genannte „Biotreibstoffe“ ersetzt werden.
Der Ersatz von Erdöl durch andere Energiequellen ist schwierig, da die Energiekonzentration des Erdöls in der Natur fast einzigartig ist (10 kcal pro Gramm, dies entsprich einem Tag körperlicher Arbeit). Weil Erdöl eine so wertvolle und dichte Primärenergie ist, wird es eine extreme oder gar unmögliche Herausforderung sein, diese Energiequelle je quantitativ zu ersetzen.
Der Energiemix unterscheidet sich von Land zu Land und setzt sich aus verschiedenen
Primarenergiequellen zusammen. Diese können übersichtlich an Hand des so genannten „Zwölferspiels“ dargestellt werden. Es gibt keine weiteren heute verfügbaren Primärenergiequellen ausserhalb des Zwölferspiels.
Die Primärenergiequellen werden zur Herstellung von Wärme, Mobilität und Strom verwendet. Zudem dienen sie auch als Ausgangsmaterial für industrielle Prozesse. Elektrizität und Wasserstoff sind keine Primärenergiequellen, sondern sekundäre Energieträger, die aus einer Primärenergiequelle hergestellt werden müssen. Daher unterscheidet man zum Beispiel zwischen „solarem Wasserstoff“ und „atomarem Wasserstoff“.



Das Forschungsprojekt „Zwölferspiel“ der Universität Basel verfolgt das Ziel, eine einfache Übersicht über die bekannten Primärenergien zu bieten, sowie den Energiemix der Schweiz im Wandel der Zeit zu untersuchen. Die Primärenergiequellen in der Linie A sind alle nicht erneuerbar und weisen auf der Zeitachse einen Peak auf, dies ist ihr Nachteil. Dafür sind sie stark konzentriert und haben ein grosses Kraftpotential, das ist ihr Vorteil. Die Linie A dominiert die globale Energieversorgung. Die Primärenergien der Linien B und C sind alle erneuerbar und haben keinen Peak, das ist ihr Vorteil. Jedoch ist ihr Kraftpotential kleiner, und ihr Anteil am globalen Energiemix ist noch bescheiden, das ist ihr Nachteil. Daher ist das Fördern der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz, im Feld C4 als „Joker“ bezeichnet, für die Schweiz und auch für andere Länder von grösster Wichtigkeit.


_ Zitate ( http://histsem.unibas.ch/forschung/projekte/peak-oil/peak-oilzitate/ )

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